MAEX 07

EMAF

Dieses Wochenende war ein gutes Wochenende. Ich habe das erste Mal an einer MAEX teilgenommen. Ziel war das European Media Art Festival in Osnabrück. Das eindrücklichste Überbleibsel ist mal wieder die Frage: was ist eigentlich Kunst (und was ein Narkotikum)? Einschläferndes gab es zum Glück jedoch nur wenig. Dafür viele interessante und vielseitige Ausstellungen, Installationen, (Kurz-)Filme und zum Abschluss Alkoholverabreichungsformen.
Im Gedächtnis bleiben mir vor allem Harun Farockis Auge/Maschine I – III,
Orlan, Carnal Art und nicht zu letzt Bitcrusher.
Kunst? Ja.

The New World

Ich versuche schon seit Wochen meiner Faszination für das Insel-Thema in Form eines Textes Audruck zu verleihen. Die Entwürfe stapeln sich und dennoch bin ich nicht fähig irgendetwas allgemein Verständliches zu schreiben. “Der Herr der Fliegen”, “Robinson Crusoe”, “Die geheinmnisvolle Insel”, “Cast Away”, “The Beach”, “Lost”, “Paradise Lost”, “Der Schmale Grat”, alles hat irgendwie mit dem zu tun was verloren scheint und neu erobert werden kann um dem eigenen Selbst Ausdruck zu verleihen. All diese Werke sind Ausdruck ihrer Zeit und ihres Menschenverständnises. Robinson Crusoe ist im Grunde ein Rassist der eine damals natürlich erscheinende Gesellschaft aus Herr und Sklave etabliert. Jules Verne baut eine Insel aus Technokraten, die ihre Welt bis zu einem Maße strukturieren aus der sie nur noch ein ehemals misanthropischer gott-gleicher Übermensch befreien kann. Deus Ex Machina. William Golding beschreibt seinen Eindruck der (männlichen) Menschheit indem er sie langsam auf ein Steinzeit-Niveau degradiert und einem Brechtschen “Das Fressen kommt vor der Moral” Leitbild folgen lässt, bis schließlich die Zivilisation in Form eines Offiziers auf dem Höhepunkt der Mikro-Apokalypse das Buch beendet. “Cast Away” zeigt die Entfremdung eines Menschen aus seiner (modernen) Umwelt mit quasi-pathologischen Zuständen wie man sie sich, um mal Hannibal Lecter zu zitieren, unter “tornado-bait-trailer-based-white-trash” vorstellt. Der moderne Mensch ist eigentlich immer allein und sinnlos in seiner Existenz. Oder wie der Kreter sagt: alle Kreter lügen. In “The Beach” sucht Leonardo (Wilhelm) di Caprio stellvertretend für die gesamte Generation X nach diesem Ort. Der Ort abseits des alltäglichen Wahnsinns der einen permanent betäubt. Was er findet ist eigentlich das Paradies, aber nachdem ein Schwede von einem Hai arg verstümmelt wird, merkt auch er, dass das Paradies immer genau dort ist wo die Menschen gerade nicht (mehr) sind. In der Serie “Lost” wird anscheinend versucht all dies zum umgehen: keine eindeutige Botschaft, keine simpel gestrickten Menschen. Jeder hat sein dunkles Geheimins und muss versuchen sein Selbst in der Konfrontation mit dem Überlebenskampf und der geheinmnisvollen Bedrohung durch die Insel, die permanent in das Sein der Protagonisten hineinzuspielen scheint, zu überleben. Spannend? Nein. Eigentlich ist das nur die übliche Soap Opera ohne ein Dach über dem Kopf mit ein bißchen Akte X . Was bleibt dann noch?
Man kann endlich mal versuchen die “Insel” nicht als Schauplatz, sondern als Kollateralschaden darzustellen (und das ist nicht religiös gemeint). 1998 gab es dieser Hinsicht einen großen Kampf zwischen Kommerz & Kunst den kaum einer bemerkt zu haben scheint. “Saving Private Ryan” vs. “The Thin Red Line”. Spielberg hat mir eine Geschichte erzählt und Malick mich verändert. Malick verheizt Hollywoodstars rigoros bis zu einem Zustand von absoluter Belanglosigkeit (wie es dem Kriegsthema angemessen scheint) und Spielberg erzählt ein Märchen mit Happy End. Worauf ich hinaus will: “The Thin Red Line” ist der beste Film der Welt. Mit Abstand. Es gibt keine Antworten - nur Fragen.
Was passiert aber nun wenn Herr Malick einen weiteren Film namens “The New World” dreht?
“Pocahontas Reloaded” oder “Eve Reloaded”?
Ich erwarte nichts und bin dennoch gespannt.

Willkommen in meinem neuen Provisorium…

Ich bin gerade auf WP 1.5 umgestiegen. Eigentlich müsste ich jetzt auch noch alles eindeutschen, das Template anpassen, usw. Aber dafür bin ich gerade zu faul. Also Füsse hoch und abwarten. Ich werds in den nächsten Tagen schon noch richten.
Dafür gibts zwei neue heisse Links. ;-)

Das sind nicht 10 Kilometer…

Regattabahn

… nie im Leben kleiner Peter! Das Schlimmste was man unweigerlich aus dem Skiurlaub mit nach hause nimmt, sind die Après Ski Hits im Kopf. Aber darum soll es jetzt hier eigentlich gar nicht gehen.
Viel wichtiger: Ich bin heute zum ersten Mal die 7 Kilometer Strecke um die Regattabahn gelaufen! Ok, andere haben heute hier in der Gegend 42 Kilometer hinter sich gebracht und dafür 30.000 Euro erhalten aber ich bin trotzdem mächtig stolz. :-D
Hinzu kommt noch, dass die Strecke auf den offiziellen Schildern mit 10 km angegeben ist. Frau Z. hat mir aber mehrmals (nachdrücklich) versichert, dass es sich dabei um einen Fehler handelt.
Nun gut, wahrscheinlich ist es wie mit dem Chill-Factor: es sind gefühlte 10 km.

Sushi

Ich bin jetzt 9321 Tage alt und hatte noch nie Sushi gegessen. Bis eben gerade. Dazu habe ich meine Sushi-Mentoren nachgeahmt und einfach mal wild irgendwelche Fischsorten aus der Liste bestellt. Herausgekommen ist dabei obiges Arrangement, wobei ich auch ein paar Dinger bekomme habe, die eigentlich nicht bestellt hatte.
Egal.
Begonnen hab ich mit der “California Roll” vorne in der Mitte. Das Volumen würde ich salopp als “Schnauze voll für 1,10 Euro” beschreiben. Aber lecker.
Ich hab mich dann im Uhrzeigersinn vorgearbeitet und auch mal eine Sushi-Unterbodenspülung in dem kleinen Becken rechts im Bild getestet. Prädikat: wertvoll.
Obwohl ich das Ensemble insgesamt sehr lecker fand, hatte ich nach dem Essen ein leicht mulmiges Gefühl im Bauch. Ich denk mal ich muss mich erst langsam an die (rohe) Materie gewöhnen.
Insgesamt kann ich das Experiment zur Nachahmung empfehlen und ich werd sicherlich wieder hingehen. Der hastige Genuss von 0,5 Liter Bier hat auch die unerwünschten Symptome abgestellt.

Surface to Air

beach

Nein, keine Stinger Raketen. Musik. Musik als Soundtrack. Zur Untermalung der Erinnerung an Langs Beach. Und ich bin mir sicher es wird den Strand noch lange geben. Mit und ohne Wellen, Inseln, Pinguinen, Delphinen und Soundtrack. Aber ich war da. Irgendwann mal.
Deshalb die neue Einstiegsseite.
Soundtrack: The Chemical Brothers - Surface to Air