Blogtheorie

Ein Mann, der was zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm daran. Noch schlimmer sind Zuhörer daran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.

Bertolt Brecht

Meinen Verständnis nach störte Brecht vor allem die Belanglosigkeit des Rundfunks bei seinem Aufkommen:

Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.

Es waren also plötzlich technische Gegebenheiten vorhanden, von denen zunächst niemand sinnvoll Gebrauch zu machen wußte. Basierend auf dieser Überlegung formulierte er eine Idee:

“Um nun positiv zu werden: das heißt, um das Positive am Rundfunk aufzustöbern; ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.

Von Nischenprogrammen, wie dem Bürgerfunk, abgesehen wird es wohl nie den Rundfunk als wirklichen Kommunikationsapparat geben. Warum auch? Vom Medium her betrachtet ist es eher primitiv, da es situationsabhängig ist. Wenn ich nicht im richtigen Moment zuschalte, verpasse ich die Information. Auch wenn wir seit Edison versuchen dem entgegenzuwirken, ist Sprache flüchtig. Schriftliche Information hingegen überdauert Jahrtausende.

Die wertvollsten Medien sind für mich Schrift und Bild.
Wenn ich mir Brechts Idee anschaue drängen sich mir unweigerlich das Internet und vor allem die Blogs auf. Nach ihrem Boomjahr 2003 werden Blogs immer mehr (auch vielfach sehr kritisch) als echte Ergänzung und mitunter sogar Alternative zu etablierten Medien diskutiert.
Egal wie man Blogs hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Informationsgesellschaft bewerten mag, sind sie für mich doch die Verkörperung von Brechts Idee eines Kommunikationsapparates.
Andererseits möchte ich nicht in einer Welt leben die über “Visits” eines Blogs Meinungen als Wahrheit definiert.

AK 05: Das Leben beginnt!

AK?
Nein ich bin nicht zu den Arschkindern von Pro7 übergelaufen, sondern seit gestern Arcor-Kunde. Somit sind alle Lebenserhaltungssysteme wieder online. Allerdings fehlt noch eine Mauer.
Dazu später mehr.

;)

Trolle

Es gibt Dinge die macht man nur einmal im Leben. Ich habe heute zum Beispiel einen kurzen Hinweis auf eine Seite mit Online-Experimenten, für die wir noch Versuchspersonen benötigen, in den Off-Topic Bereich des Heise Forums gestellt. Das Ergebnis waren 31 Antworten, die alle in etwa so klingen wie das Beispiel im Bild, und einige wertlose Datensätze.
In der Wikipedia-Definition des Begriffs Troll wird das Heise Forum sogar explizit erwähnt.

Wieder was gelernt, Bernd.

sorry…

Don’t drink and dive.

Ein Taucher der nicht raucht taucht (sic!) nix.

Heute gings zum “Schnuppertauchen” in den Tauchgasometer nach Duisburg. Eine Kurzrezension:

Nach einer kurzen Einweisung zu Ablauf und wesentlichen Tauchregeln gings zur Ausgabe des Neoprenanzugs. Nachdem ich zunächst irgendwie stolz war meine Konfektiongröße nicht zu kennen, tats mir 5 Min später leid. Das Anziehen war harte Arbeit und gelang mir nur unter Mithilfe meines “Tauchbuddies”, den ich nachfolgend als “Christian” bezeichnen werde. Schweißüberströmt wanderte dann der “Augsburger Puppenkiste Trek” durch den halben Landschaftspark und anschließend noch einen gefühlten Kilometer auf einer Treppe hoch auf den Gasometer. Da hatte ich eigentlich schon fertig. In meiner Ein-Mann-Sauna oben angekommen, empfing uns “die Silke”. “Die Silke” teilte uns mit, dass wir noch wenig warten würden müssen (ich bitte um Alternativvorschläge hinsichtlich der Konstruktion dieses Satzes) und dann gleich schon mal schwimmen gehen könnten.

Jaaaaaa!

Vorher würde sie uns noch eine kleine Einweisung geben, wir könnten ja aber die Anzüge aufmachen wenn uns zu warm ist.

Scheisse!

In den folgenden Minuten entbrannte in mir ein heftiger Kampf zwischen Ego und Selbsterhaltungstrieb. Alle anderen Anzüge, die ich an dem Tag sehen durfte, hatten ihre Reisverschlüsse hinten. Bei mir war der natürlich vorne. Was passiert wenn man so ein Exoskelett bei hohem Innendruck vorne aufmacht? Alles quillt raus. Als Kompromiss hab ich den Reisverschluss dann bis zur Grenze zwischen den 4 Brusthaaren und dem Biergeschwür geöffnet und versucht mich durch ständigen Augenkontakt mit dem “Pelz” irgendwie männlich zu fühlen.
Schließlich durften wir dann endlich schwimmen gehen. Wobei das nicht viel mit schwimmen zu tun hat. Durch den Auftrieb des Anzugs fühlt man sich eher wie eine Luftmatratze oder eine Boje. Nach ca. einer Stunde Rumgeplantsche durfte Christian loslegen. 15 Min ne Runde durch den Gasometer gedreht - sah easy aus.
Dann kam ich.
Ausrüstung anlegen, ab ins Wasser.
Vorher wurde mir gesagt den ersten Atemzug unter Wasser würde man nie vergessen. Bisher stimmts.
Viel mehr als das durfte ich aber auch nicht erfahren, da sich mein linkes Ohr strikt jeglichem Druckausgleich verweigert hat.
Ich hab also die meiste Zeit auf 2 Meter Tiefe rumgedümpelt und Luft in meinem Kopf hin und her geschoben bis wir schließlich abgebrochen haben.
Trotzdem war es eine coole Erfahrung und ich überlege doch tatsächlich den Tauchschein zu machen.
Irgendwann. Vielleicht.

Und ja Christian, Du hast ausgesehen wie Batman.

Curfew

Zwei Dinge möchte ich loswerden:

1) Ich fordere ein nächtliches Ausgehverbot für Nacktschnecken und/oder ein nächtliches Schuh-Anzieh-Gebot für mich oder ein staatlich gefördertes Obdachlosenprogramm für Nacktschnecken. Ich präferiere letzteres.

2) Ich habe eben Wissenschaftsgeschichte geschrieben indem ich ein weiteres Phänomen der intersensoriellen Integration entdeckt habe: barfuss Nacktschnecken zertreten wird noch ekeliger wenn man vorher mit Thunfisch gefüllte Oliven gegessen hat.

PS: Die Gesamterfahrung dieses Tages wird eigentlich nur gemildert durch eine wunderschöne Beobachtung heute nachmittag auf der A40: in meinem 7 Liter Twingo fuhr ich nichtsahnend die besagte Autobahn entlang und erspähte plötzlich auf der rechten Spur ein Koloss von einem Auto. Es war tatsächlich ein Hummer. In Deutschland! Da hat es einer geschafft! Die Karre verbraucht ca. 24 Liter und kann naturgemäß bei laufendem Motor nicht vollgetankt werden (ok das ist nur ein alter Witz über US Karren).

Life imitating art

Kunst imitiert das Leben und manche sagen sogar das Gegenteil wäre zutreffend. Mir egal. Ich werde Banksy in einer meiner letzten Prüfungen thematisieren und stehe nun vor dem Problem wie ich dies angehen soll. Mündliche Prüfung von 30 Min. oder eine Hausarbeit von 10 - 15 Seiten? Eine mündliche Prüfung erlaubt eine weitergehende Diskussion, die Hausarbeit ermöglicht eine (einseitige) Vertiefung. Beides reicht mir eigentlich nicht.

Zwei zentrale Fragen:
Was ist Kunst?
Wo findet Kunst statt?

Ich bin spießig und sage: 90% der Graffitis sind postpubertärer selbstdarstellerischer Scheiss. Territorial Pissing. Keine Kunst.

Kunst ist für mich etwas das ich A) selbst handwerklich (oder wie auch immer körperlich bedingt) nicht herstellen kann und/oder B) eine Idee beinhaltet zu der ich selbst noch nie gekommen bin. Gerne auch verpackt in intelligentem Humor.
Bansky vereint für mich all dies. Außerdem platziert er seine Kunst auch noch dort wo ich mich nicht trauen würde es zu tun.

Ich empfehle ein weiteres Mal
www.banksy.co.uk mit besonderem Hinweis auf die “New” Ecke, welche (momentan) einige seiner Arbeiten an der Mauer zwischen Israel und Palästina dokumentiert.

Old man: You paint the wall, you
make it look beautiful.

Me: Thanks

Old man:We don’t want it to be beautiful, we hate this
wall, go home.