Eine kurze Geschichte von Wert, Arbeit und Austausch.
„Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z. B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache.“
K. Marx, Kapital I, MEW 23, 49
Ich bin Laie und unbedarft, aber ich versuche es trotzdem.
So wie ich Marx verstehe, bemisst sich der Wert einer Ware anhand seines Gebrauchs- und seines Tauschwertes: Was für eine Bedeutung (Nutzen) hat eine Ware für mich und wie (zeit)aufwändig ist es sie herzustellen?
Der persönliche Nutzen einer Ware wird subjektiv bemessen und kann daher auch nicht einfach entlang der Trennlinie Realität/Virtualität bewertet werden. Wenn in einer virtuellen Umgebung ein Bedürfnis geschaffen wird, das durch reale Zeitaufwendung befriedigt werden kann, hat man einen Wert, einen Markt und vor allem eine echte Ware:
„Als Gebrauchswerte sind die Waren vor allem verschiedener Qualität, als Tauschwerte können sie nur verschiedener Quantität sein, … Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. … Diese Dinge stellen nur noch dar, dass in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt … ist. Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.“
K. Marx, Kapital I, MEW 23, 52
Virtuelle Objekte sind Warenwerte, sobald sie durch menschliche Arbeitskraft generiert werden (also Arbeitsprodukte sind) und sie (somit implizit) menschliche Bedürfnisse befriedigen.
Virtuelle Objekte sind eigentlich mehrwertsteuerpflichtig.
Aber wo?
Und vor allem: ab wann?
Das “ob” steht für mich außer Frage. Es wird Steuern auf virtuelle Objekte/Werte geben, da es nicht um physische Existenz, sondern nur um Gebrauchs- und Tauschwert geht.
Strukturwandel.
Und vor allem geht es um Zeit, die wir alle nicht haben und gerne kaufen würden:
„Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht … ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch die Menge der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‘ der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst misst sich an ihrer Zeitdauer, …“





