England!

IMG_7500

IMG_7501

IMG_7503
Ewijk, Niederlande, 27.05.07

Besten Dank an Kamerakind Sabrina!

Nexus

Gestern morgen, während ich gerade Zeitung las, erzählte mir meine Mutter sie hätte in der Zeitung gelesen, dass 40 % der unter 45-Jährigen keine Zeitung mehr lesen.

Heute abend, während ich einen Beitrag in einem Blog las, wurde ich auf einen Artikel aufmerksam in dem stand, dass 40 % der unter 45-Jährigen US-Amerikaner keine Zeitung mehr lesen.

Lost In Translation - Reloaded

Freaky Phrases
Screenshot: Freaky Phrases auf www.ex-word.de

Vor einigen Wochen wurde ich von einer PR Agentur angeschrieben, die eines meiner Bilder (siehe auch hier) in einer Kampagne für Casio verwenden wollte. Statt eines Honorars habe ich um eine Spende an eine karitative Einrichtung gebeten. Das Ergebnis findet sich nun hier.

Manufacturing Dissent

Manufacturing Dissent
Ablehnungsbescheid, Mensch und Computer 2007, 06.05.07

A private kind of happiness

Bloc Party
Bloc Party, Palladium, Köln, 08.05.07

Just give me moments not hours or days

Bloc Party - Waiting For The 7.18

Nachtrag 10.05.07:
Marc hat eine sehr gelungene Konzertbesprechung für die NRZ geschrieben. Lesebefehl!

Das Evangelium nach Werner

Götz Werner
Ringlokschuppen, Mülheim, 07.05.07

Götz Werner ist im Ringlokschuppen und stellt seine Idee zum bedingungslosen Grundeinkommen vor. Der Parkplatz draussen ist voll. Den Großteil der Plätze nehmen Wagen ein, die auch nach schweren Unfällen noch gut aussehen. Drinnen ist es bunt gemischt. Der Eintritt ist frei, das Wetter ist schlecht, sehr viele sind gekommen. Ich sitze irgendwo ganz oben.
Als erstes vermisse ich die große Leinwand auf der die vielen Grafiken gezeigt werden. Gedanklich bin ich noch bei Al Gore.
Dann vermisse ich die vielen Zettel von denen Werner die Fakten zur Untermauerung seiner Vision vorträgt.
Dann setzt er an. Er wird nicht aus seinem Buch, das er wohl als Handauflage mitgenommen hat, lesen. Es kostet 16,90 Euro. Wenn man es zu zweit liest kostet es nur die Hälfte. So schnell kommt man an 50% Rabatt.
Er plaudert.
Er fragt wer denn Maybrit Illner am Freitag gesehen hat. Handzeichen.
Wie die zwei Typen in der Sendung sich aufgeregt haben!
Er plaudert.
Er erzählt von seinem Bekannten “Dr. Sowieso”, der sein Manuskript gelesen hat. Der sagte ihm er hielte seine Idee für Blödsinn. Zumindest bis zu der Stelle wo er die Sache mit den Steuern gelesen hat. Und da hätte es ihn ja gepackt, den “Dr. Sowieso”. Damit sind wir ja auch schon bei der Steuersache und haben diese fast abgehakt, meint Werner.
Weiter geht die Reise.
Immer mal wieder erreichen wir Kernpunkte. Dann kommen ein paar klare Sätze und zurück geht es ins Plaudern.
Er redet über Männer, Frauen, Kinder, seine Spülmaschine und Klischees. Solche Klischees die er enttarnt und solche die er nutzt. Alltagserlebnisse. Von unten kommen CO2 Wellen. Ich werde müde. Ich erzähle mir eine Anekdote von Apollo 13 und den improvisierten CO2 Filtern. Er erzählt Anekdoten z.B. vom 3 wöchigen Fastenurlaub seiner Frau und flicht immer wieder DM in seinen Vortrag ein. Erzählt von den Maschinen, die das DM Klopapier herstellen. Und wie deren Arbeit in seiner Vision genauso besteuert wird wie Arbeit von Menschen. Er redet vom Wandel von der Selbstversorger - zur Fremdversorgergesellschaft. Alles auf hohem Niveau. Er will zum Nachdenken anregen. Und zum Träumen.
Bitte gemeinsam.
Jetzt.
Wer zuerst nach der Finanzierbarkeit fragt hat weder die Idee noch die Notwendigkeit ihrer Umsetzung verstanden.
Wer will findet Wege.
Wer nicht will findet Gründe.
Er zitiert, spricht über Menschenbilder und die ärmeren Menschen um die wir uns kümmern müssen. Zwischendurch kommt oft Szenenapplaus: kennen sie Schulen mit zu wenig Lehrern? Krankenhäuser mit zu wenig Pflegepersonal?
Sein Vortrag ist routiniert und frei gehalten. Er zitiert Schiller, Brecht, Freiherr vom Stein und die Bibel. Spricht von Damaskuserlebnissen. In seinen Analogien lässt er nie einen Zweifel daran, dass es ihm um die Wahrheit geht. Und vor allem ihre Erkenntnis. Die Inquisitoren wollten nicht mal durch Galileis Teleskop schauen und haben anschließend 500 Jahre gebraucht anzuerkennen, dass die Erde keine Scheibe ist. Er spricht Wahrheit und ich wünsche mir wenigstens symbolische Angebote zur Falsifikation. Er ist bescheiden. Und manchmal entschieden. Nach dem Vortrag wird jemand draussen sagen Werner sei ein guter Rhetoriker. Er selbst sagt was er da macht ist nur Übungssache.
Nach 90 Minuten ist unsere Reise zu Ende.
Ich habe viel über DM erfahren.
Da wir ja schon leicht überzogen haben, läge es wohl im Interesse aller die Diskussionsrunde kurz zu halten, sagt Werner. Insgeheim erwarte ich, dass die Diskussion länger wird als seine Rede. Was wird wohl die erste Frage sein? Finanzierbarkeit seiner Idee? Politische Durchsetzbarkeit? Konkrete Nachfragen zu seinem volkswirtschaftlichen Modell?
Eine Frau vorne legt los: “Zunächst mal finde ich ihr Modell sehr gut, aber würde es nicht dazu führen, dass sich noch mehr Bootsflüchtlinge aus Afrika auf den Weg zu uns machen und auf dem Meer verunglücken?”
Ich finde die Frage lustig und schäme mich dafür.
Nach 5-6 weiteren harmlosen Fragen ist die Veranstaltung fast beendet, als ein einsamer Rebell das Mikro ergreift und eine für Fachleute wohl recht plausible und ausführliche Frage stellt. Werner verweist ihn auf zwei Kapitel seines Buches und ich mich des Raumes.
Apollo 13 ist ja auch irgendwann gelandet.