Amerigo Vespucci

MoMA, Manhattan, New York, 14.06.07
Wie lässt sich die Veränderung der kommunikativen Strategien, die unseren bundesrepublikanischen Wahlkämpfen zu Grunde liegen, auf den Punkt bringen? Werden sie amerikanisiert oder einfach nur modernisiert? Werden sie also kopiert oder angepasst?
Diese Frage lässt sich wohl nicht abschließend beantworten, da sie rein theoretisch gesehen versucht einen einzelnen kulturellen Aspekt aus seinem Kontext zu heben. Ungeachtet der unterschiedlichen (stereotypen) Konnotationen beider Begriffe führen sie in diesem Fall pragmatisch betrachtet aber zum gleichen Ergebnis: einem modernisierten Wahlkampf nach amerikanischen Vorbild.
Eine perfekte Antworthülse für Fragen dieser Art habe ich gestern nacht live auf CNN bei der CNN YouTube Debate erlebt: auf die Frage Are you a liberal? stellte Hillary Clinton zunächst die ursprünglich rein positive Bedeutung des Begriffes “liberal” heraus (u.a.: “its a word that originally meant that you were for freedom”) um dann das (in den USA stark vorbelastete) Wort durch ein Synonym (”progressive”) zu ersetzen und sich zu diesem zu bekennen.
Konzepte brauchen Namen. Hinter Konzepten stehen Ideen und hinter Namen Ideologien.


