Eurovisionär
Es ist ein leidiges Problem: Immer wieder produzieren Regisseure in ihrer selbstverliebten Art völlig am Geschmack und den Rezeptionsgewohnheiten ihres Publikums vorbei. Dass es so nicht weitergehen kann hat nun endlich auch ARTE verstanden und setzt morgen Abend ein Zeichen: Die preisgekrönte Dokumentation “Full Metal Village” wird von unerträglichen 90 Minuten auf angenehme 52 Minuten gekürzt und der völlig unsinnige Titel durch “Blasmusik trifft Heavy Metal” ersetzt.
Danke, ARTE!
Wireless Suspect

New York Times, 30.07.1918
Was man nicht so alles macht um sich vom Lernen abzuhalten. Zum Beispiel im Archiv der New York Times den eigenen Nachnamen suchen und schauen, was die liebe Namensverwandschaft in den USA so getrieben hat.
Die Möglichkeit in den Ausgaben seit 1851 zu suchen und sich die Artikel im Original-Layout als PDF anzeigen zu lassen, finde ich insgesamt sehr spannend. Spiegel Online schreibt auch gerade drüber.
Studentenfutter
Ich esse wenig Oliven, aber dafür oft und dann viel.
Schäublone 2.0

Bild: antiwhat
Laut jetzt.de wurde erstmals Anzeige wegen der so genannten Schäublone gestellt. In welchem Bundesland das geschah, dürft Ihr mal raten.
Damit könnte die Anzeige gegen Thomas Kittel zu einem Fall werden, der Tausende von Webseitenbetreibern zu potentiellen Straftätern werden lässt.
Ich reih mich da erneut ein und warte gespannt.
(via)
Misery Accomplished
Nichts spiegelt die politische Seelenlage einer Nation so gut wider wie eine pointierte kabarettistische Abrechnung mit dem jeweiligen Status Quo. Selten aber verlässt solch eine zeitgeistliche Aufarbeitung jene eng gesteckten Grenzen des Reservats politischer Satire und präsentiert sich Aug in Aug mit den politischen Akteuren, die sie auf einen lächerlichen Kern zu reduzieren versucht. In Deutschland haben das im Süden Django Asül und im Osten Serdar Somuncu versucht. Im Westen gibts dafür den Karneval.
Völlig unerreicht ist aber der Auftritt von Steven Colbert beim White House Correspondents`Dinner aus dem letzten Jahr. Nur ein paar Meter entfernt von “seinem” Präsidenten zündet er ein Feuerwerk der Überaffirmation präsidentieller und medialer Verhaltensmuster in der Ära George W. Bush und vermittelt dabei solch ein Gefühl von Absurdität und gleichzeitig Wahrhaftigkeit, dass selbst die beste Pointe manchmal nicht mehr lustig ist.
PS: David hat das Video letztes Jahr auch verlinkt.
PPS: Da das eingebettete Video anscheinend nicht funktioniert, hilft hoffentlich dieser Link.
Nachtrag:
Ich schreibe über den Auftritt jetzt erst, weil ich den Eindruck habe, dass er nach über einem Jahr noch mehr an Bedeutung gewonnen hat. Aber wohl auch, weil ich es als frustrierend empfinde, dass Herr Bush es schaffen wird sich mit dem Ende seiner Amtszeit aus seiner Verantwortung in beschauliche Langeweile zu flüchten:
I can just envision getting in the car, getting bored, going down to the ranch.
Quelle: The Guardian

